Die Mordakte Hrant Dink und die Armenierfrage

Der Herausgeber und Chefredakteur der armenisch-türkischen Wochenzeitung AGOS, Hrant Dink, wird am 19. Januar vor dem Redaktionsgebäude seiner kleinen Zeitung im Istanbuler Stadtteil Sisli erschossen. Zwei Tage später präsentieren die Sicherheitskräfte einen minderjährigen Killer als Einzeltäter; erst nach und nach müssen sie unter dem Druck der Öffentlichkeit einräumen, dass es Hintermänner gibt, die zu straff organisierten nationalistischen Kreisen gehören und als V-Leute der Polizei fungierten.

Die „Heldenverehrung“, die dem Attentäter in Polizeigewahrsam seitens einiger Sicherheitskräfte vor laufenden Kameras entgegen gebracht wird, erklärt zumindest teilweise auch die Tatsache, dass mehrere Hinweise auf den geplanten Mord an dem mutigen Journalisten von zuständigen Polizeistellen monatelang vertuscht wurden.

In Koproduktion mit ARTE, WDR und Filmstiftung NRW drehten wir in Istanbul, der Südost-Türkei (Ararat), Eriwan, Paris, Marseille und Köln einen Dokumentationsfilm zu diesen Geschehnissen und ihren Hintergründen.